Allgemeines

Die SG Stern Bremen ist der Bremer Zweig der Daimler Sportgemeinschaft
Ende 1989 hat sich die Laufgruppe innerhalb dieser Sportgemeinschaft in Bremen gegründet. Ziel war es, den bereits vorhandenen losen Verbund von Läufern in einer organisierten Gemeinschaft zusammen zu führen. Die SG Stern Bremen bot sich dafür mehr als an, da wir uns alle dem "Stern" verbunden fühlten und fühlen. Heute sind auch sog. "Externe", also Nicht-MitarbeiterInnen von Mercedes-Benz in Bremen in der Gemeinschaft herzlich willkommen.

Wo wir uns treffen / trainieren


Wir parken und treffen uns am Einkaufszentrum "Hansa Carree" in Bremen / Hastedt,
immer Dienstags, immer kurz vor 17:00 Uhr s.t.
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Die "Standardrunde" ist ca. 14 km lang, es kann aber auch abgekürzt werden
(der Rote Pfeil markiert das Weserwehr).
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Hier z.B. eine Strecke mit ca. 4 km.

Die Bilder stammen von http://openrouteservice.org/ bzw. http://www.openstreetmap.org/Copyright.

Die Strecke 14 km, auch als Satelitenbild, ist außerdem gespeichert bei
jogmap.de, nach Registrierung und Anmeldung zu finden unter Ort: Bremen, Läufer YapYap, Streckenname: "Rund um den Werdersee". Auch zu finden ist hier "Erster schneller Km Werdersee" und "Schneller Km Werdersee".

Wann wir uns treffen

Immer am Dienstag, pünktlich um 17:00 Uhr s.t. geht es hier (anklicken!) los (keine Voranmeldung erforderlich, es ist immer jemand da (außer in der Ferienzeit, da lieber vorher fragen).
Aufgrund der unterschiedlichen Leistungsstufen der LäuferInnen teilen wir uns in mehrere Gruppen auf, so dass jeder in einer seiner Leistung entsprechenden Geschwindigkeit laufen kann. Bei uns läuft niemand allein (außer auf eigenen Wunsch, z.B. einer erforderlichen Abkürzung der Laufstrecke).

Die Bilder stammen von http://openrouteservice.org/ bzw. http://www.openstreetmap.org/Copyright.

Wieviel wir trainieren

Die Laufstrecke um den Werdersee ist ca. 14 km lang. Es besteht aber die Möglichkeit (je nach Befinden) abzukürzen (5 km, 7 km, 10 km).
Bei Vorbereitung auf einen Marathon wird die Strecke von einigen Läufern auch gerne 2x gelaufen.

Wir laufen zur Arbeit

Einmal in der Woche laufen einige unserer Mitglieder zu Fuß zur Arbeit. Dieser spezielle Lauf findet immer am Donnerstag oder Freitag, nach Absprache, um 5:30 Uhr ab Bahnhof Barrien (Syke) statt. Die Gruppe hat sich auch schon einen Namen gegeben: "Lauf der Arbeit". Gerne kann man auch auf der Strecke dazu stoßen, wie es Mitglied Günter S. bereits tut, er startet ab Seckenhausen und läuft der Gruppe entgegen, um dann gemeinsam weiter zu laufen, denn so kann man sich nicht verpassen! Der Lauf endet bei Mercedes-Benz, Werk Bremen, Tor 1 oder Tor 7. Für Werksangehörige besteht die Möglichkeit auf dem Gelände von Mercerdes-Benz zu duschen. Wer Interesse hat, dieses Erlebnis mit den Läufern des Lauftreffs zu teilen, meldet sich bitte beim Spartenleiter Olli.


Streckenverlauf:
Start: Bahnhof Barrien (Syke) über Weyhe, Leeste, Leester Marsch, zur Weser (Höhe Autobahnbrücke), Werdersee, Weserwehr, Hansa Carree, Hemelinger Tunnel, Daimler Tor 1 / Tor 7. Es kann auch entgegen gelaufen werden.

Wir sind Tool Runnings

Unsere Laufgruppe Tool Runnings hat einen eigenen Blog.

Werderseepokal

Den Werderseepokal erhält derjenige Läufer (Bedingung: Mitglied der SG Stern Laufgruppe), der innerhalb eines Jahres (vom ersten Dienstag im November bis letzten Dienstag im Oktober) am Trainingstag (also immer Dienstags) anwesend war und mindestens einmal das sog. "Ohr" gelaufen ist. Der Pokal soll Ansporn für eine regelmäßige Teilnahme am Dienstag sein.
In den vergangenen Jahren haben den Pokal gewonnen:

1996 Hans K.
1997 Hans K.
1998 Olli
1999 Hans K.
2000 Olli
2001 Klosi
2002 Klosi
2003 Ludger H.
2004 Klosi
2005 Matthias D.
2006 Klosi
2007 Matthias D.
2008 Ludger H. und Klosi (Tabelle Saison 2007 / 2008)
2009 Markus J. (Tabelle Saison 2008 / 2009)
2010 Bernado B.R. (Tabelle Saison 2009 / 2010)
2011 Matthias D. und Klosi (Tabelle Saison 2010 / 2011)
2012 Olli (Tabelle Saison 2011 / 2012)
2013 Uli (Tabelle Saison 2012 / 2013)
2014 Uli (Tabelle Saison 2013 / 2014)
2015 Jola B. (Tabelle Saison 2014 / 2015)
2016 Jola B. (Tabelle Saison 2015 / 2016)
2017 Waldi (Tabelle Saison 2016 / 2017)

Somit führt Klosi diese Liste mit bereits 6 gewonnenen Pokalen an.
Über die Jahre war allerdings Gründungsmitglied und langjähriger Spartenleiter Olli das Mitglied mit den meisten Strichen für Anwesenheit und Läufe, zumindest was die Mitglieder angeht.
Damit wir den Überblick behalten, haben wir eine "Ewige Bestenliste".

2017 Deutschlandpokal im Bottwartal

Was wir hinter uns haben
Bottwartal 

Deutschlandpokal der SG Stern Deutschland im Halbmarathon und 10km Lauf
https://goo.gl/photos/KM2NDXHiYkjk7R4i8
Zum Fotoalbum auf das Bild oder hier anklicken > KLICK <
Zunächst der Bericht von Olli, am Ende dann ein Bericht von Nadine und Werner (oder hier anklicken).

Der Deutschlandpokal der SG Stern Deutschland im Laufen des Halbmarathon und der 10km wurde diese Jahr von der SG Stern Stuttgart ausgerichtet. Die Stuttgarter Sportfreunde hatten sich die Veranstaltung  Bottwartal Marathon ausgeguckt, wo diverse Läufe über verschiedene Distanzen angeboten wurden.
Für die Laufgruppe der SG Stern Bremen ist es immer ein Vergnügen unsere Lauffreunde im Süden zu besuchen. Nicht nur die sportlichen Aktivitäten stehen da im Vordergrund, es wird auch kräftig an geselligem Beisammensein gearbeitet.
Unser Spartenleiter Klosi, Dogfather of Running, und sein Stellvertreter, Börni, Godfather of Running, hatten ganze Arbeit geleistet und eine ausgeklügelte Organisation zu bieten.
Über die Anleihe von Fahrzeugen, die Reservierung von Hotelzimmern, die Tischvorbestellung für jeden Abend bis hin zur allgemeinen Unterhaltung hatten die beiden perfekt an alles gedacht.
So wurde das Hotel zur Post in Heilbronn am Freitag, 13.10.2017, der Ausgangspunkt für alle unsere Unternehmungen. Es war ein günstiges und gemütliches Hotel in zentraler Lage von Heilbronn.
Nach einer staufreien Anreise bezogen wir also unsere Zimmer. Es stellte sich schnell Durst und Hunger ein, sodass wir uns schleunigst auf den Fußweg zu unserem ersten Verpflegungspunkt machten, Lehner´s Wirsthaus in Heilbronn. Erschreckend niedrige Preise und ein qualitativ gutes Essen erwarteten uns. Ein guter Auftakt, der dann noch weiter in das Sausalitos Heilbronn führte, wo bei ausgezeichnetem abendlichen Wetter sogar draußen etwas getrunken werden konnte. Frank, Sandra und Olli wurden Zeuge eines Sternschnuppenfalls und haben sich daraufhin etwas gewünscht. Der Tag war für Klosi, Börni, Reni und Olli aber noch nicht zu Ende. Gleich um die Ecke beim Hotel gab es für einen Absacker noch das Backstüble.
Am Samstag, 14.10.2017, hatten wir die Auswahl zwischen dem Besuch des Mercedes-Benz-Museums oder Shopping in der Stuttgarter Innenstadt. Für beide Aktivitäten fanden sich Interessenten. Bilder vom Museum sind im Fotoalbum zu bestaunen. Der Tag ging schnell zu Ende und wieder machten wir uns vom Hotel zu Fuß auf zum Essen. Börni hatte für uns Läufer mitgedacht, Kohlehydrate wären das Richtige. Also ab zum Italiener, das Ristaurante Salsa, genau nach unserem Geschmack. Neben Nudelgerichten gab es natürlich auch Pizza, nur das Bier floss aus der Flasche, ein kleiner Wehrmutstropfen für die Biertrinker.
Klar, auch an diesem Abend wurde ein Absacher fällig, also auf in das Backstüble, allerdings mit etwas anderer Zusammensetzung. Klosi, Börni, Rita, Ulli und Olli genossen noch ein schönes gezapftes Bier.
Wettkampftag am Sonntag, 15.10.2017. Anreise nach Steinheim an derMurr, wo die gesamte Veranstaltung stattfand, also sowohl das Laufen als auch die von der SG Stern Stuttgart organisierte Siegerehrung.
Bei herrlichstem Wetter gingen die Läufer an den Start, wobei die Halbmarathonies zunächst mit einem Shuttle Bus zum Start gefahren wurden. Der 10km Lauf musste sich erst durch einen längeren Anmarsch zum Start/Ziel Bereich erarbeitet werden.
Die gelaufenen Zeiten der Läufer der SG Stern Bremen waren ausgezeichnet und wurden entsprechend auch gewürdigt.
Corinna belegte bei der SG Stern Wertung Halbmarathon in ihrer Altersklasse den ersten Platz, gesamt kam sie auf den 3. Platz. In der Wertung des Veranstalters belegte sie den 3. Platz in ihrer Altersklasse. Leider hat sie deren Siegerehrung verpasst und ihr entging die Auszeichnung.
Ingo belegte den 2. Platz Halbmarathon bei der SG Stern Wertung in der Altersklasse M50.
Matthias belegte ebenfalls den 2. Platz in seiner Altersklasse M30 über die Halbmarathon Distanz.
Und dann waren da noch unsere beiden Marathonies, die aber außerhalb der Konkurrenz liefen, da der Deutschlandpokal der SG Stern Deutschland über diese Distanz bereits in Kassel stattfand. Nadine und Werner, gesucht, gefunden und gerannt, so kann man die beiden kurzerhand beschreiben. Werner mit persönlicher Bestzeit trotz der für Flachlandtiroler schweren Bedingungen
Weitere Ergebnisse findet man hier: Bottwartal Marathon Ergebnisse.
Die Preisverleihung der SG Stern Stuttgart fand in der Vereinsgaststätte der TSG Steinheim statt. Es gab ein leckeres Buffet, nette Gespräche zwischen uns Sportlern und eben die Siegerehrung. Die Zeit verging wie im Flug. Klar, wie immer waren wir Bremer die letzten Gäste, nicht zuletzt, weil unser Autoschlüssel schon auf dem Weg zum Hotel war, das Auto aber noch wie angewurzelt auf dem Parkplatz stand.
Nun, es wurde also etwas später mit der Fahrt in das Hotel und Termine mussten angepasst werden. Schließlich ging es in das Restaurant Delphi 1 (auf Facebook) zum deftigen Griechischen Essen (“Marathonplatte“). Nachdem Durst und Hunger gestillt waren merkte man einzelnen doch die Anstrengung an. Ein frühes „Schlafen gehen“ stand in den Beinen. Da unsere Stammkneipe für den Absacker, das Backstüble, leider am Montag Ruhetag hatte, brachen wir auf in das nahe Enchilada. Wieder hatten wir uns viel zu erzählen und gegen Null Uhr kam dann New York, New York aus den Lautsprechern, das Zeichen zum Aufbruch, die Bedienung wollte nach Hause. So gingen auch die letzten Reisenden zurück in das Hotel zum Schlafen.

Frühstück 8:30 Uhr am Montag, 16.10.2017. Danach dann Aufbruch nach Bremen. Wieder eine staufreie Fahrt ohne besondere Vorkommnisse. Wie üblich Burger und Fritten, entweder Mc Donalds oder Burger King, das Ergebnis ähnelt sich. Musikalisch sind wir bis D, Dire Straits, gekommen.
Es kam zu rühremden Abschiedsszenen auf einer Autobahnraststätte. Man verabredete sich für nächstes Jahr, 16. September 2018, Deutschlandpokal Laufen in Ulm (Einstein-Marathon), wobei dieser Termin noch als voraussichtlich gilt.
Es war eine gelungene Reise mit allem Drum und Dran. Unser Dank gilt den beiden Organisatoren, Börni und Klosi, die alles perfekt organisiert hatten. Ihr beiden habt das Herz am richtigen Fleck!

Natürlich sind unsere Stuttgarter Lauffreunde auch lobend zu erwähnen für eine perfekte Organisation, den herzlichen Emfang und die tolle Siegerehrung!

Alles oben Beschriebene ist auf den Bildern in chronologischer Reihenfolge gut nachvollziebar!

Olli

Ergänzend zum Bericht von Olli gibt es einen persönlichen Erlebnisbericht von Nadine und Werner, die den Marathon gemeinsam gelaufen sind:
Hier anklicken!

Stehend v.l.n.r. Stephan, Klosi, Ingo, Frank, Sandra, Corinna, Matthias, Gerhard, Renate, Rita, Uli
Hockend v.l.n.r. Börni, Martin, Olli, Heike
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2017 13. SWB Bremen Marathon

Bilder vom 13. SWB Bremen Marathon!
https://goo.gl/photos/KM2NDXHiYkjk7R4i8
Zum Fotoalbum auf das Bild oder hier anklicken > KLICK <

2017 24h-Lauf in Braunschweig

Was wir hinter uns haben

Nach einer nicht so optimal verlaufenen Laufsaison im Frühjahr 2017, mit einer nicht gezählten 5km-Runde beim 6-Stunden-Lauf in Münster, einem aufgrund von leichter Bronchitis unterdurchschnittlichen Marathonergebnis in Hamburg und einem erneut abgebrochenen Rheinsteiglauf wollte ich mich nach einer Regenerationspause im Sommer Ende August erneut eine läuferischer Herausforderung stellen: Einem 24h-Lauf!!!
Bei dieser speziellen Ultralaufdisziplin war nicht eine bestimmte Strecke, sondern eine bestimmte Zeit, nämlich genau 24 Stunden zu laufen. Die- oder derjenige, die/der in dieser Zeit die weiteste Strecke zurückgelegt hatte, hat gewonnen! Damit das nachvollziehbar war, wird in abgemessenen Runden gelaufen, und jede Runde gezählt. Dies ist zwar auch eine mentale Herausforderung, immer nur die gleiche Runde zu drehen, aber ich hatte derzeit keine Lust meinen Weg mittels Karte, GPS oder dürftiger Streckenmarkierung bei einem Landschaftslauf suchen zu müssen. Auch war bei einem 24h-Lauf das Potential, dass man sich verlaufen würde, sehr begrenzt. Mit die bekannteste Veranstaltung dieser Art im Raum Bremen ist der 24-Lauf in Delmenhorst Mitte Juni, aber da lief ich eben anderweitig.
Am letzten Augustwochenende (26./27.8.17) gab es sogar drei Veranstaltungen dieser Art, in Bottrop, in Seevetal und in Braunschweig. Meine Wahl fiel auf die Veranstaltung in Braunschweig(-Rüningen), da mir der Belag der zu laufenden Runde sehr entgegenkam (Tartanbahn, Rasen, Grandplatz) – auf Asphalt schmerzten am Ende doch meine Fußsohlen oft, und eine exakt vermessene Laufrunde von ganz genau einem Kilometer machten das Kilometerzählen zudem sehr übersichtlich, auch wenn man dann schon lange unterwegs war.
Begrüßung der Läufer am Sportzentrum Braunschweig-Rüningen
Schon kurz nach der Anreise nach Braunschweig-Rüningen merkte ich, dass es sich um eine sehr feine, vereinsorganisierte Veranstaltung handelte. Zugunsten des TSV Rüningens wurde Kaffee und selbstgebackener Kuchen verkauft, und nachdem ich mein Wurfzelt aufgebaut und meine Sachen im Zelt bzw. an der Strecke zum schnellen Auffinden positioniert hatte, füllte ich letztmalig vor dem Startschuss Kohlehydrate und Coffein auf.
Der Countdown zum Start läuft...
Der Countdown lief, das Teilnehmerfeld war bunt, und pünktlich um 15 Uhr fiel der Startschuss und es begann die „längste Nach von Braunschweig“. Vorneweg fielen drei Läufer auf, die ihre Runden zügig und wahrlich gazellenartig absolvierten: Sie gehörten dem Nationalteam der Kapverdischen Inseln an! Laut Durchsage hatten sie leider kein Visum für die Weltmeisterschaft im 24-Stunden-Lauf bekommen und hatten sich dann nach Alternativen mit offiziell vermessener Laufstrecke umgesehen und waren dann auf Braunschweig gekommen. Im Verlauf der 24h war es immer wieder unterhaltsam und interessant anzusehen, welche Aktivitäten im kapverdischen Betreuerzelt gerade stattfanden: Der Trainer war ständig damit beschäftigt, irgendwelche Power-Drinks anzurühren, den Gaskocher zu bedienen oder spezielle Energieriegel bereit zu halten.
Noch sieht der Rasen gut aus!
Das restliche Teilnehmerfeld war nicht so professionell unterwegs, aber die Bandbreite an Läufern war umso größer. Ich beobachtete auch viele Väter, die Runden zum Teil mit dem Nachwuchs liefen, oder auch eine Gruppe aus Oma, Mama und (Enkel-)Tochter. Zwischenzeitlich war auch eine Läuferin mit Baby-Jogger auf der Strecke, was aber nicht störte. Im Gegenteil, die Atmosphäre war sehr entspannt.
Mit dazu trug der Moderator bei, der am Mikrofon im am Rundenende zugange war. Die ersten zwei Stunden vergingen wie im Flug, ich kam ganz gut ins Laufen, schön gemächlich ohne unnötige Anstrengungen, damit ich möglichst lange so laufen konnte. Und einfach auch ausblenden konnte, dass ich nicht 24 Stunden lang laufen würde, sondern immer nur einigermaßen beherrschbare Abschnitte von drei Stunden.
Die Runde kannte man natürlich bald in- und auswendig: Erst der Rasenabschnitt durch die Zeltstadt (wo sich auch mein Zelt befand und ich mir meine eigene Verpflegung an der Strecke gerichtet hatte), dann eine Runde auf einem Bolzplatz, dann wieder auf dem Rasen der bereits gelaufenen Geraden entgegen, dann rund 300m auf der Tartanbahn, und dann schließlich im Ziel, wo die gelaufenen Runden mittels am Fuß befestigten Transponders gezählt wurden. Unmittelbar danach gab es die Verpflegung und auch eine Übersichtsmonitor mit den Daten der Läufer, die gerade die Rundenmessung passiert hatten.
Der Abschnitt auf dem Bolzplatz
Die Musik, die der Moderator auflegte, lenkte mich von den 24 Stunden ab. „Besuchte“ gedanklich die Abschnitte in meinem Leben, die zu den Songs passten. Blümchen war ein Mädchen, als ich gerade Ausbildung machte, Lou Bega war mit seinem Mambo No. 5 im Jahr 2000, als ich ein Praktikum in Bangalore in Südindien machte, auch live dort, und zu meinen Grundschulzeiten flog der Gruppe Spliff das Blech weg.
300m Tartanbahn... Schonend für die Fußsohlen!
Irgendwie verpasste ich dabei das Abendessen oder hatte es zumindest beim Verpflegungsstand nicht mitbekommen. So nahm ich einen meiner Riegel zu mir, um nicht in den Hunger reinzulaufen. Getrunken habe ich regelmäßig immer wieder, aber kleine Portionen.
Für Unterhaltung und etwas Abwechslung für Läufer und Angehörige war gesorgt, abends interpretierte eine Blaskapelle aktuelle Hits. Noch dazu gab es Torwandschießen und ein „Bubble-Fußball-Spiel“. Etwas störend empfand ich den 10-km-Lauf, der auch im Rahmen des 24-Laufs stattfand, weil das doch von den Geschwindigkeiten gar nicht so passte, aber da hatten wohl die Kurzstreckenläufer mehr mit zu kämpfen.
Nach den ersten sechs Stunden musste ich mich von meinen Laufplänen verabschieden. Noch dazu merkte ich, dass ich mich eventuell wund laufen würde und wechselte die Laufhose, probierte die Creme gegen Wundlaufen aus, die Olli, der ehemalige Spartenleiter der SG Stern Laufgruppe, mir empfohlen hatte.
Um 24 Uhr, nach 9 Stunden, als auf der Laufrunde schon etwas Ruhe eingekehrt war, folgtem ein Feuerwerk und ein regelrechter Run auf die Strecke: Es war der Moonlight-Run angesagt, und alle Läufer, die zwischen 0 und 4 Uhr mindestens 15km hinter sich legen würden, bekamen ein Laufshirt. Sehr gute Idee, und wieder etwas Abwechslung!
Etwas mehr Abwechslung als mir lieb war brachte ein nächtliches Gewitter. Ich entschied mich, unter dem Vordach des Stadiongebäudes Unterschlupf zu suchen, sodass ich nicht voll durchnässt werden würde. Zwar hätte ich locker weiterlaufen können, aber das könnte sich später (wie letztes Jahr auf dem Rheinsteig) rächen und wenn man erstmal wund gelaufen war, half nicht mehr viel. Die Pause tat mir auch gut, der Platzwart mit seinen trockenen Kommentaren sorgte für Stimmung und das Gewitter verzog sich.
Allerdings folgten Magenprobleme. Mein Magen fühlte sich wie versteinert an. Mittlerweile hatte ich gut 70 Kilometer hinter mich gebracht. Ich überlegte mir, langsam weiterzulaufen, die 100km voll zu machen und dann, falls es nicht besser werden würde, sonntags vormittags nach Bremen zurückzureisen. Am Verpflegungsstand gab es Backofenkartoffelecken mit Salz. Ich probierte eine, und mein Magen fühlte sich an, als wollte er explodieren. Ich hatte gehofft, das Salz und die Kohlehydrate würden helfen. Nur langsam halfen sie, aber dann auch "richtig": Mein Magen hatte sich tatsächlich nach ein paar Salzkartoffeln beruhigt, nach einer weiteren, gewitterbedingten Pause lief es dann am frühen Morgen umso besser.
Zusätzlichen Auftrieb gab auch die Anzeigetafel bei der Verpflegung. Mittlerweile war ich in meiner Altersklasse (zum Glück bestand das Nationalteam von Kap Verde aus jungen Hüpfern) auf Rang 4 vorgerückt, da durfte man doch nicht aufhören! Seit langem träumte ich davon, einmal einen Pokal bei einem Laufwettbewerb zu erstreiten. Aber natürlich hatte ich keine Übersicht, wie viel Abstand ich zu den Läufern vor mir hatte.
So langsam wurde es wieder hell. Durch die kontinuierliche Bewegung hatte ich (abgesehen von der 2. Gewitterpause) nicht mit Müdigkeit zu kämpfen, mein Zelt und den Schlafsack hatte ich sowieso nur als Plan B mitgenommen. Und mit dem Morgen lief mein Biorhythmus an und ich konnte pro Stunde noch 6 bis 7 Runden absolvieren, womit ich zufrieden war.
Zumal ich auf um 9 Uhr morgens auf Platz 3 der Altersgruppe (von 40-59) vorrückte. Und kurz darauf noch auf Platz 2! Wahrscheinlich hatten sich zwei vor mir hinlegen müssen oder hatten pausiert! Wie bei jedem Rennen: „Hinten ist die Ende fett“, da werden Rennen entschieden! Jetzt aber nur nicht übermütig werden, und kontinuierlich weiterlaufen. Beziehungsweise gehen. Ich legte nur noch bestimmte Abschnitte der Runde im Laufschritt zurück, mehr ging nicht. Frühstück gab es bei der Verpflegung, die belegten Brötchen taten mir gut!
Josè Daniel Vaz Cabral von den Kapverdischen Inseln nach 200km im Ziel
Bei strahlendem Sonnenschein und wenig Schatten hatte ich bei jedem Passieren der Anzeigetafel die Angst, wieder einen Platz nach unten zu rücken und am Ende doch nicht auf dem Treppchen zu stehen. Ich konnte mein Tempo von gut 6 km/h noch halten und dann, ja, dann, war es geschafft, ich hatte nach 24 Stunden mit 150 Kilometern meinen 2. Platz in der Altersgruppe verteidigt und konnte zum ersten Mal auf dem Treppchen stehen. OK, die Läufer aus Kap Verde kamen auf 200km und der erste in meiner Altersklasse lief gerade mal eine Runde mehr, aber das machte gar nichts. Ich freute mich riesig (und nahm in meinem schönsten T-Shirt an der Siegerehrung teil)!!!
Hurra: Mein erster Pokal!!! 2. Platz in der Altersgruppe, 150km in 24 Stunden...
Und so ging es nach der Siegerehrung (und nach dem beschwerlichen Abbau meines Zeltes mit zum Teil durchweichten Sachen) wieder zurück nach Bremen. Vielen Dank an die Veranstalter und das tolle Orga- und Verpflegungsteam!!!
Stefan S.

2017 Running with Jola

Was wir hinter uns haben

Running with Jola

Ein ganz normaler Dienstag.
Na ja, fast. Zunächst finden sich die Dienstagsläufer am Treffpunkt ein, ganz genau genommen 13,42 Meter neben dem vereinbarten Treffpunkt stehen alle zusammen und plaudern über allgemeine Themen. Alle? Nicht ganz, denn genau 13,42 Meter von der Gruppe entfernt steht einer ganz allein: Stefan S.!
Dieses Verhalten kennen wir schon. Man könnte sich ja wundern, würde man Stefan nicht kennen. Ihn als Einzelgänger zu beschreiben, das könnte zutreffen, schließlich ist es unser Ultra gewohnt, seinen Weg allein zu suchen und über weite Strecken die Einsamkeit zu erleben. Für ihn sind Regeln dabei sehr wichtig, da gehört ein Treffpunkt auf den GPS-Meter genau einfach dazu.
Und noch eine Besonderheit hielt dieser Dienstag bereit: Wir brauchten nicht auf Jola zu warten, mehr als pünktlich traf sie ein, es blieb genügend Zeit für jeden, Jola herzlich zu umarmen und zu begrüßen. Ein Ritual, auf dass man sich stets freut. Jola sollte die einzige Frau bleiben, das kommt schon mal vor, wenn auch selten.
Nun, es ging locker los. Stefan setzte sich erstmal ab, holte schnell 50 Meter Vorsprung vor der Gruppe raus.
Ich blieb hinter Jola, mein Blick viel auf ihre braungebrannten Beine. Meine Güte, bei dem bescheidenen Sommerwetter die Bräune so zu halten, ist da Chemie im Spiel? Jola verneinte, naturgebräunt.
Langsam sortierte sich die Gruppe, das Tempo war nicht unbedingt langsam, der 2. Kilometer zeigte tatsächlich 4:55 Minuten auf der Läuferuhr. „Das wird mir zu schnell“, eine weibliche Stimme neben mir. Da war was dran. So ging das nicht weiter.
Die üblichen Verdächtigen setzten sich nach vorne. Der Rüde Frank fing an, das Rudel zu ziehen. Stefan hielt nun konstant seinen erarbeiteten Abstand, 50 Meter, wir kamen einfach nicht näher. Die Gruppe zerlegte sich je nach Geschwindigkeit der einzelnen Mitläufer.
Ich entschied mich für die brauen Beine, genau wie Bernardo, dessen Hautfarbe von Natur aus bräunlich ist. Aber ich denke, dass nicht nur dieser Umstand dafür verantwortlich ist, dass es ihn zu den braunen Beinen hinzog.
Nun denn, bei mir lief es erstaunlich gut und ich ließ es die beiden Mitläufer auch spüren. Jola ließ nicht locker, hielt tapfer das Tempo. Bernardo hatte Flöhe in den Laufschuhen und musste unbedingt seine Tempoeinheiten durchziehen. Mal eben ganz nach vorne zu dem Rüden gelaufen, kein Ding für Bernardo. Dann wieder zurück zu den braunen Beinen und ein bisschen Smaltalk auf Bernardos unbeschreibliche Art, irgendwie versteht man ihn, die lockere Aneinanderreihung von Wörtern in Deutsch ergibt überwiegend einen Sinn und man kann auch darauf antworten. Und immer dieses charmante Lächeln von ihm, man kann sich seiner Freundlichkeit einfach nicht entziehen.
Zurück zu Jola, die nun merklich verzweifelte. Jeder Vorstoß, die Geschwindigkeit aus dem Lauf zu nehmen, schien irgendwie zu scheitern. Auch die schon verzweifelten Hinweise auf eine nach dem Lauf zu absolvierende Fahrradfahrt (5km) zum Elternabend brachten nicht den gewünschten Erfolg der Geschwindigkeitsreduktion, es blieb ihr Problem.
Bernardo sah zunehmend weniger entspannt aus, Augenringe bildeten und schlossen sich, Jola und ich empfahlen Enthaltsamkeit. 
„Ich laufe ohne Ohr“, der Versuch von Jola, die Sache anständig zu Ende zu bringen.
„Aber warum, wir sind so schnell, da hast du genug Zeit, auch noch das Ohr zu laufen, du kommst rechtzeitig zum Elternabend“, mal so eben angemerkt.
Jola merkte, hier ist eine Verschwörung im Gange. Der „50 Meter vor uns Mann“ ging plötzlich, seine Laufbewegung wich einem müde wirkenden Spaziergang. Das beflügelte uns natürlich, ha, vorbei an dem Ultra, kurz gefragt, ob alles in Ordnung ist, ging es weiter im gewohnten Tempo.
Dann die erste Steigung, nun zeigte sich schon mal, dass da in meinen Beinen was fault. Locker ging Jola die Steigung an, ich fiel um ein paar Meter zurück, Bernardo war jetzt kein Thema mehr, der lief jetzt außer Konkurrenz.
Jola und ich.
Zurück in der Ebene konnte ich wieder punkten. Es fühlte sich alles locker an, das Ohr kam in Sicht. Aber auch hier verwehrte mir eine Steigung den lockeren Einstieg in die Endrunde.
„Die Knie durchdrücken“, ein Tipp der braunen Beine. Was sollte das werden, davon hatte ich noch nie gehört. Vor sich auf den Boden gucken an der Steigung, ja, das kenne ich, aber Knie durchdrücken? Es deuteten sich Probleme an.
Die Ebene riss nicht alles wieder raus. Die Pace war konstant. Jola schwächelte nicht die Bohne. Mit Grausen dachte ich an die Brücke. Und da war sie auch schon. Meine persönliche Hölle auf der Strecke. Was ist los, wo bleib der Ehrgeiz? Früher waren es gerade die Steigungen, an denen wir uns gemessen haben. 
Und nun?
Locker wie eine Feder zog Jola an. Selbst verzweifeltes, hoffentlich Ansporn versprechendes Gebrüll meinerseits brachte rein gar nichts. Jola wurde langsamer, aber leider nur, weil sie auf mich warten wollte, welch eine Geste! Die kam richtig gut gerade…
Nun denn, irgendwann war ich oben. Jetzt kamen meine etwas längeren blassen Beine zum Einsatz, Brücke wieder runter, es lief! Meine Mitläuferin teilte mit, sie würde am Ende der Brücke nach links wegziehen. Ich verabschiedete mich und blieb mit dem Gefühl zurück, lange nicht so toll mit jemandem gelaufen zu sein. Mit meinem alten Kumpel Ludger gab es auch immer wieder mal solche Läufe, motivierend, inspirierend, schmerzverdrängend, einfach Laufen um des Laufens Willen. Danke Jola, ich habe mich mal darauf eingelassen, mit dir zu laufen. Und es war einfach ein Erlebnis. Wie ich mich kenne, kommt es nicht so schnell wieder vor.

Für Jola (und ein bisschen auch für Bernardo)
Olli

2017 24. swb-Silbersee-Triathlon

Was wir hinter uns haben
Beim diesjährigen Silbersee Triathlon in Stuhr waren wieder unsere zwei Damenstaffeln aus dem Mercedes-Benz Werk Bremen am Start und zeigten eine gewohnt starke Leistung, die mit den ersten beiden Podest Plätzen belohnt wurde.
...das kriegen sie auch: den Siegerpokal!
Am Sonntag, den 30. Juli fand zum 24. Mal der Silbersee Triathlon statt und das mit den bereits letztes Jahr sehr erfolgreichen Damenstaffeln aus dem Mercedes-Benz Werk Bremen. Staffel 1 bestehend aus Dipika (Schwimmen), Isabelle (Radfahren) und Corinna (Laufen), Staffel 2 setzte sich zusammen aus Kristin, Alex und Sonja (in der Startreihenfolge der jeweiligen Disziplin).
Kristin, Sonja, Alex, Corinna, Isabelle, Dipika
Am Wettkampftag wurden die Athleten mit tollem Wetter verwöhnt, aber auch mit einem sehr starken Wind, der vor allem auf der Radstrecke allen Teilnehmern stark zu schaffen machte. Nach erfolgtem Staffelstart kamen die Schwimmerinnen (Kristin 24 Sekunden vor Dipika) aus dem Wasser und liefen in die Wechselzone, wo der Staffelstab an die Radfahrerinnen Isabelle und Alex übergeben wurde.
Alex auf dem Fahrrad
Auch hier blieben beide sehr nah beieinander, die Reihenfolge änderte sich zwar während den 20 km mehrmals aber Isabelle und Alex blieben stets auf Sichtweite. In der Wechselzone übergaben beide den Staffelstab an Corinna bzw. Sonja. Auch hier entwickelte sich ein spannendes Rennen und es war frühzeitig klar, dass es um die Plätze eins und zwei ging.
Angefeuert, gefilmt und fotografiert von Kollegen und Freunden ging es diesmal nach insgesamt 24:22 Minuten für Corinna ins Ziel, dicht gefolgt von Sonja mit 25:05 Minuten. Am Ende trennten die beiden Staffeln in Summe gerade einmal 51 Sekunden.
Die letzten Meter liefen die anderen Staffelteilnehmer gemeinsam mit den Läuferinnen ins Ziel, sodass der Jubel umso größer war und sich alle einig waren: die „Mercedes-Power“ Teams sind ihrer Favoritenrolle gerecht geworden. Nun hieß es warten bis zur Siegerehrung, die sich leider über 90 Minuten hinzog.
Siegerehrung, Platz 1 und 2 für Mercedes Power!
Das Warten hatte sich aber gelohnt. Mit den gezeigten Leistungen konnten die beiden Staffeln die ersten beiden Plätze in der Wertung „Staffeltriathlon Damen“ belegen und das mit einem deutlichen Vorsprung von etwas mehr als fünf Minuten vor der drittplatzierten Staffel. Auf dem Treppchen machten die Damen, ebenfalls wie im Wettkampf, eine gute Figur.
Corinna und Sonja, Power-Frauen (gibt es eigentlich auch Power-Männer?)
Auch wenn die Aussprache der Namen auf dem Treppchen noch Optimierungsbedarf hat, viel der Applaus dafür vom (meist männlichen) Fanclub umso lauter aus.
Ein Glückwunsch geht ebenfalls an alle Einzelstarter aus dem Mercedes-Benz Werk Bremen über die Volks- und olympische Distanz, die alle erfolgreich ins Ziel gekommen sind und so dazu beigetragen haben, dass wir als Unternehmen ein klasse Bild abgegeben haben. Nächstes Jahr kommen wir wieder!
Mercedes-Power, auch im nächsten Jahr!
Alex und Corinna

2017 5. WiBoLT

Was wir hinter uns haben

5. WiBoLT 2017

Nachdem ich letzes Jahr nach etwa der Hälfte der Strecke des WiBoLT's aufgeben musste, rief auch dieses Jahr zum Abschluss der Frühjahrs-Lauf-Saison der Rhein...STEFAN!!! 

4. WiBoLT 2016

Insgesamt war ich zwar nicht in der gleich guten Form wie letztes Jahr, dazu hatte ich in letzter Zeit sowohl beruflich als auch privat einiges, zum Teil Unangenehmes aber auch viel Schönes, um die Ohren. Aber ich hatte auch einiges an Erfahrung bezüglich längerer Ultras mit einem großen Eigenverpflegungsanteil gewonnen, eine bessere Streckenkenntnis (den zweiten Teil des Rheinsteigs bin ich weitgehend mit meinem Lauffreund Winfried vor Ostern abgewandert) und auch bessere bzw. passendere Ausrüstung. Leider war Winfried dieses Jahr nicht beim WiBoLT mit dabei, er konzentrierte sich läuferisch auf den Deutschlandlauf und ich habe ihn am Rhein vermisst.
Start für die 320km war Mittwoch, 14.06.17, um 18 Uhr in Wiesbaden (die Extended Combined Version mit 555km war bereits seit Montag unterwegs) und wieder war für ein Live-Tracking gesorgt (was einige der Laufgruppe auch verfolgten, was mich sehr gefreut hat!). 
Ziel für mich war "einfach" nur das Finishen, d.h. am Sonntag um 12 Uhr, d.h. nach 90 Stunden für die 320km gut 11.000 Höhenmeter, musste ich dann in Bonn sein. Ich wolltee mir alle Mühe geben, aber gereicht hat's trotzdem nicht.
Der Rhein ruft... Am Start in Wiesbaden-Biebrich
Der Mittwoch, der Tag des Starts, war sonnig, die Anreise per Zug von Bremen nach Wiesbaden verlief entspannt und vom Bahnhof Biebrich zum Start war es nur Rund eine Viertelstunde zu Fuß.
Läuferbriefing durch Veranstalter Michael Eßer
Am Start sammelten sich immer mehr Läufer, nahmen ihre Startnummer entgegen, zogen sich um und befestigten den Live-Tracker. Schliesslich gab es noch ein kurzes Läuferbriefing durch "Mr. WiBoLT" Michael Eßer und dann wurden die Läufer auf die Strecke geschickt.
Gazellenherde in den Weinbergen über Wiesbaden
Gerade in Wiesbaden hatte ich noch eine gute Erinnerung an die Strecke und die Gefühle vom letzten Jahr. Vergleichbar langsam wurde losgetrabt und ich blieb lange in einer Gruppe von Läufern, als wir die Weinberge des Rheingaus erklommen.
Irgendwo im Rheingau
Der erste Verpflegungspunkt im Kurort Schlangenbad war nach nicht mal 18 Kilometer erreicht, das sagte noch nichts aus. Ich hatte mir, basierend auf meinen Datenaufzeichnungen aus dem letzten Jahr, einen Plan gemacht, bis wann ich etwa bei welchem Verpflegungspunkt sein wollte und wie lange ich mich dort ausruhen konnte. OK, war im Plan, aber es waren ja noch 300km zu laufen und der schwierige Teil ging ja erst ab Rüdesheim los, also weiter (trotzdem aber auch ein Dank an das Team vom Verpflegungspunkt Schlangenbad!).
VP 1 in Schlangenbad
Von Schlangenbad ging es dann in die Nacht und in den mit 37 Kilometern längsten Abschnitt ohne Verpflegungspunkt. Aber die Nacht war unterhaltsam, ich hatte fast immer läufereische Begleiter, die Strecke war abwechslungsreich, an Klöstern vorbei, mit tollen Ausblicken von den Anhöhen des Rheingaus auf schlafende Winzerdörfer und den Rhein. Bisweilen überholten wir Teilnehmer der "Extended Combined Version", bei der satte 555 Kilometer zu laufen waren.
Blick vom Niederwalddenkmal in Rüdesheim auf Bingen am Rhein
Beim Verpflegungspunkt in Rüdesheim mit Blick auf Bingen am Rhein genoss ich die Aussicht, war aber etwas in Sorge, da schon der Morgen dämmerte - das Dämmern sah ich letztes Jahr an dieser Stelle noch nicht, war aber dennoch im Zeitplan. Auch hatte ich Appetit und weiter ging es alleine, da mein Begleiter noch etwas am VP bleiben wollte.
Blick auf den Rhein
Von nun an wurde es bergig, der Rheinsteig nimm jedes Seitental mit, und so würden dann irgendwann hoffentlich 11.700 Höhenmeter zustande kommen. Oben wurde man jedoch immer mit schönen Ausblicken auf den Rhein mit seinen Ausflugsdampfern sowie vielen Burgen belohnt.
Nicht immer war es so eben und schattig
Es wurde war, sehr warm! Gegen Nachmittag merkte ich, dass ich mein Tempo vom letzten Jahr nicht halten konnte. Die Sonne brannte bei jedem Aufstieg auf den Rücken und ich musste eine Entscheidung bezüglich meiner ersten längeren Rast mit Schlafpause machen. Die ursprüngliche Planung war, in Oberkestert bei Kilometer 136 (wie letztes Jahr) ein paar Stunden zu schlafen, aber ich kannte die Anstiege, die zwischen der Loreley und Oberkestert noch zu überwinden waren, und das wollte ich lieber bei angenehmeren Bedingungen in Angriff nehmen. Also nahm ich doch den Stopp an der Loreleyschule, wo eine Turnhalle mit Matten zum Schlafen, Duschen und ein Vorraum mit der Verpflegung und aufmunternden Worten der Helfer zur Verfügung standen.
In der Ferne war Gewittergrummeln zu hören, und man merkte schon, dass sich die Temperaturen abkühlten.
Nach zweieinhalb Stunden Schlaf machte ich mich mit einem Laufkollegen um 22 Uhr wieder auf in die Nacht. Erst ein langer Abstieg von rund 150 Höhenmetern nach St. Goarshausen, dann praktisch wieder alle Höhenmeter nach oben, zum Vierburgenblick (die Burgen waren sehr schön beleuchtet), und dann gleich wieder runter, und wieder hoch. Oberkestert schien nicht zu 'kommen', meinen Laufkollegen plagten Blasen. So lange hatte ich doch die Strecke nicht in Erinnerung?
Ab Oberkestert, gestärkt durch eine ordentliche Portion Pasta, ging es dann alleine weiter. So im Großen und Ganzen war ich fast wieder im Plan, hatte ja nur einen VP früher als letztes Jahr geschlafen.
Nach nur 12 Kilometern kam Kamp-Bornhofen, wo letztes Jahr ein Verpflegungspunkt, aber dieses Jahr nur eine "Wasserstelle" war. Aber man sparte sich den Umweg zu dem VP. Hier kam nun endlich, bei dem Örtchen Filsen, die größte Rheinschleife und man konnte einige Zeit relativ eben laufen. Hier hatte ich mir letztes Jahr im kontinuierlichen Landregen auf den schmalen Pfaden bei hohem, nassen Gras links und rechts einen bösen Wolf gelaufen. Dieses Jahr war es trocken und das Gras war gemäht.
Braubach und damit Kilometer 160 in Sicht
Ein neues Problem war in den beiden mehr oder weniger durchgelaufenen Nächten aufgetaucht: Obwohl sparsam eingesetzt, hielten die Batterien für die Stirnlampe nur eine Nacht durch. Ich brauchte neue Batterien!!! Wieder war eine Entscheidung zu treffen, in Braubach, bei Kilometer 160, war neben dem Verpflegungspunkt im Rathaus ein Supermarkt, da würde ich Nachschub besorgen. Aber dadurch auch etwas (im Endeffekt etwa eine Viertelstunde) an dringend notwendiger Ruhepause verlieren.
Nach etwas Schlaf ging es dann wieder weiter. Ich hatte nun auch mein Minimalzahl erreicht: Mindestens so lang zu laufen, wie letztes Jahr. Nun stand nach der Überquerung der Lahn die urige Rupertsklamm an, ein enge, felsiges Bachtal, in dem auf rund 2 Kilometern 235 Höhenmeter zu überwinden waren.
Am VP Lahnstein (Kilometer 171)
Am Ende der Klamm warteten Mitarbeiter vom Tourismusbüro Lahnstein. Der Verpflegungspunkt war für mich einer der Höhepunkte des WiBoLTs, sowohl was Versorgung als auch Motivation angeht!

Weiter ging's, nur wenige Minuten vor mir war Petra und ich wollte nicht so gerne alleine laufen, gerade, wenn wieder die Nacht anstand. Noch war es aber nicht soweit und nach einigen weiteren Steigerungen erreichte ich schließlich Koblenz, erklamm die Festung Ehrenbreitstein und holte schließlich auch Petra ein. Ich war aber doch so langsam unter zeitlichem Druck, morgen, am Samstag um 6 Uhr, musste ich den VP Feldkirchen (bei Neuwid, Kilometer 231) wieder verlassen haben und der nächste Verpfelgungspunkt Vallendar kam und kam nicht, die Strecke zog sich wie Kaugummi. Noch dazu hatte ich es so in Erinnerung, dass es um Neuwid relativ flach war. War es vielleicht auch, aber es gab trotzdem einige tiefe Bachtäler mit tüchtigen Steigungen von jeweils rund 100 Höhenmetern.

Gerade noch, bevor der Verpflegungspunkt in Vallendar abgebaut wurde, kamen wir an. Nach uns waren jedoch noch eine Reihe anderer Läufer, aber die letzten 27 Kilometer zwischen Lahnstein und Vallendar hatten sich für mich gezogen. Der lange Abstand zwischen den Verpflegungspunkten wurde gerade bei langsamen Vorwärtskommen zu einer mentalen Herausforderung! Zudem war ich trotz ausgiebiger Schmiererei  an den neuralgischen Stellen etwas wund gelaufen, aber zum Glück bei weitem nicht so schlimm wie letztes Jahr.

Langsam wurde es Nacht, aber ich musste Petra ziehen lassen, da ich dann noch Durchfall bekam und länger austreten musste. Kurz vor Rengsdorf bekam ich dann auch mental die Krise, ich schien gar nicht voran zu kommen, hatte auch keine Kraft mehr und mein Körper schien keine Nährstoffe aufgenommen zu haben. Als dann endlich Rengsdorf in Sicht war, war mir klar, dass ich es nicht schaffen würde. Eventuell gerade noch rechtzeitig bis nach Feldkirchen, aber aufgrund der Cut-Off-Zeit ohne die Möglichkeit, dort zu schlafen und seit Mittwoch Abend hatte ich knapp 3 Stunden geschlafen. Und jetzt war immerhin...was für ein Tag denn??? Äh, ah, Freitag, kurz vor Mitternacht. Cut-Off in Feldkirchen war in gut 6 Stunden, aber noch war ich noch nicht an der Verpflegung in Rengsdorf, von der ich wusste, dass sie am anderen Ende des Orts war, bis dahin brauchte ich auch noch Zeit. Ich würde zu wenig Schlaf in Feldkirchen bekommen.

Ich entschied mich dann auszusteigen und eine Ablkürzung zum Verpflegungspunkt zu nehmen. Diesmal fiel die Entscheidung umso härter, weil es nicht so ganz eindeutig war, ohne den Durchfall und mit etwas mehr Schlaf in Aussicht hätte (hätte, Fahrradkette) ich es wohl noch probiert. Aber immerhin hatte ich meinen persönlichen Rekord über meine längste am Stück gelaufene Distanz auf rund 215 Kilometer erhöht. Vielleicht ruft der Rhein nächstes Jahr ja erneut? Warten wir es ab!

Stefan S.